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Bevor ich damit beginne die mir nun zur Verfügung stehenden Variablen zu visualisieren, möchte ich mir zunächst nochmal die Bedeutung, Definition und Eigenschaften von User Experience und Usability vor Augen führen.

Laut DIN ISO 9241, einer Norm, welche die Interaktion zwischen Mensch und Computer beschreibt ist »Usability […] das Ausmaß, in dem ein System durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.«1 Usability beschreibt also die Benutzerfreundlichkeit einer Website. Wie gut erreicht der Benutzer das Ziel? Sind die gegebenen Informationen leicht verständlich und übersichtlich? Dahingegen beschreibt die User Experience »Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resultieren. […] Dies um- fasst alle Emotionen, Vorstellungen, Vorlieben, Wahrnehmungen, physiologischen und psychologischen Reaktionen, Verhaltensweisen und Leistungen, die sich vor, während und nach der Nutzung ergeben.«2 Die User Experience, kurz UX, bezieht sich auf das Gefühl und die Wahrnehmung, die ein Websitebesucher erfährt. Diese Aspekte beziehen sich auch stark auf die Psychologie und das Verhalten des Benutzers. Demnach könnte man die in meinem früheren Beitrag »auf Spurensuche« erwähnten passiven Interaktionen diesem Bereich zuordnen. Meist ist es der Fall, dass die User Experience oft Teil der Usability ist. Ein Besucher, für welchen die User Experience nicht ansprechend ist, fühlt sich unwohl und findet sich dementsprechend auch nicht auf der Website zurecht. Demzufolge kann eine schlechte UX auch schlechten Einfluss auf die Usability haben. Umgekehrt kann auch die Usability auf da Erlebnis einer Website nehmen: »[…]Ein Online-Shop, in dem der Nutzer alles ganz wunderbar findet, ist zwar extrem »usable«, bleibt dem Nutzer aber voraussichtlich nicht so sehr im Gedächtnis wie ein Shop, der den Nutzer zum Beispiel mit einem ungewöhnlichen Navigationskonzept überrascht.«3 In diesem Fall würde eine auf den ersten Blick schlechtere Usability die User Experience sogar verbessern, weil diese durch ihren atypischen Einsatz in Erinnerung bleibt.

Ferner spielt die kognitive Auffassungsgabe des Menschen eine große Rolle während der Bedienung einer Website. Wichtig ist, dass die Informationsquelle ihren Inhalt dem Benutzer einleuchtend vermittelt. Meist ist der Nutzer bereits durch seine gewohnte Umgebung beeinflusst. Eine einfache Übermittlung setzt also auch in gewisser Weise voraus, dass jene Gewohnheiten alle Mal zum Einsatz kommen. »Ausgehend von mentalen Modellen der Nutzer, die meist von den Gegebenheiten der realen Welt geprägt sind, müssen dem Nutzer geeignete Eingabemöglichkeiten angeboten werden.«4 An einem banalen Beispiel wird dies deutlich: Ein nach rechts zeigender Pfeil, sollte den Benutzer nicht nach links navigieren. Es ist für den Betrachter ein gelerntes Zeichen, welches für eine gute Wahrnehmung der Information auch korrekt eingesetzt werden sollte.

Doch wieso nimmt ein Nutzer die Information überhaupt war, wie er sie wahrnimmt? Beziehungsweise, wie wird gegebene Information in unseren Sinn übertragen? Dazu gehen ich auf unser sogenanntes »Gesichtsfeld« ein. »Als Gesichtsfeld bezeichnet man den Bereich der Umwelt, der in einem gegebenen Moment in unseren Augen […] abgebildet wird«5. Dabei arbeiten zwei entscheiden Systeme optimal miteinander um die gesehenen Reize optimal an unser Gehirn zu übertragen. Zum einen ist ein zentrales System »für die Stelle der Netzhaut zuständig, mit der unser Blick Dinge fixiert, was zugleich der Punkt mit der höchsten Sehschärfe ist«6, zum Anderen erfasst das periphere System »die Zone, die vom Fixationspunkt bis zum äußersten Rand unseres Gesichtsfeldes reicht«7. Diese beiden Komponenten haben zwar verschiedene Aufgaben, jedoch greifen sie so gut ineinander, dass unser gewohntes Blickfeld entsteht, welches es uns erst möglich macht Informationen wahrzunehmen.

Diese Erkenntnisse helfen dabei eine verständliche Benutzerschnittstelle zu realisieren. Sie kann neben den auf den Nutzer angepassten Faktoren durch visuelle Adaption weiter optimiert werden. Durch die Verwendung von beispielsweise Farbkontrasten oder durch das Ordnen und Strukturieren von Inhalten kann die Aufmerksamkeit bewusst auf wichtige Informationen geleitet werden und somit die Usability verbessern.8

 


1 DIN ISO 9241-11

2 DIN ISO 9241-210

http://www.usabilityblog.de/2012/06/usability-vs-user-experience-hauptsache-spas/

4 Sarodnik Florian, Brau Henning: Methoden der Usability Evaluation – Wissenschafftliche Grundlagen und praktische Anwendung (2., überarbeitete und aktualisierte Auflage), S. 52

5|6|7 Wirth Thomas: Missing Links – Über gutes Webdesign, S. 128

8 angelehnt an Moser Christian: User Experience Design – Mit erlebniszentrierter Softwareentwicklung zu Produkten, die begeistern, S. 182

 

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