Road to Bachelor | Begründung der Vorgehensweise
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Begründung der Vorgehensweise

 

Neben den praktischen Gründen, warum eine Installation wie die Black Box als Methode gewählt wurde, möchte ich im Folgenden die wichtigsten theoretischen Erklärungen schildern, die die Problemstellung des Auflösens von angelernten Handlungs-Automatismen in Angriff nehmen.

Warum habe ich mich eigentlich dazu entschlossen, einen Interaktiven Raum zu bauen, um das angelernte Handeln von dessen Benutzer aufzubrechen, wenn es doch sicher weitaus mehr Möglichkeiten gibt, an dieses Ziel zu kommen? Ich könnte mich auch einfach mit einer Drucklufttröte neben ein beliebiges Gerät mit Interface stellen und in zufällig gewählten Momenten der interagierenden Person einen riesen Schrecken bescheren. So könnte ich auch am Schluss sagen, dass ich das automatisierte Handeln dadurch unterbrochen und der Person, die mir jetzt mit hochrotem Kopf hinterhersprintet, lediglich eine Tür zu spontaneren Handlungsalternativen aufgetan habe. Aber wie bereits in einem früheren Beitrag erörtert, werden von der Außenwelt generierte Ablenkungsmanöver in dieser Installation keine Anwendung finden. Es geht mehr darum, dem Benutzer zu zeigen, welch enorme Auswirkung sein eigenes(!) Interagieren mit einem Computer erzeugen kann, wenn man dem sammelbaren Input nur den richtigen Output zuweist. Dies könnte man allerdings auch ohne interaktiven Raum machen, so wie es Florians Arbeit – im Einzelnen betrachtet – bereits tut. Er sammelt Daten, aus denen er eine Visualisierung generiert. Doch die relativ kleine Veränderung , dem Benutzer eines Interfaces die Konsequenz seines Handelns live(!) zu präsentieren, kann großen Einfluss auf das erzeugte Ergebnis der Visualisierung haben. Aber auch hierfür benötige ich nicht zwingend eine Installation wie die Black Box. Ein zweiter Bildschirm würde hierfür bereits ausreichen, und hätte sicherlich ähnliche Effekte wie mein interaktiver Raum.

Wenn ich nun aber möchte, dass das Potential, sich beim Benutzen eines Interfaces uneingeschränkt gehen zu lassen, weiter ansteigt, dann muss ich noch dafür sorgen, dass der Benutzer möglichst tief und ungestört in die Materie eintauchen kann. Deshalb gibt es im Inneren der Box Spiegel. Diese erschaffen nicht nur die Möglichkeit, sich selbst wie ein stiller Beobachter beim Handeln zu betrachten – sie kreieren dadurch, dass sie sich gegenüberliegen auch eine Illusion der räumlichen Tiefe, eine Schleife von sich wiederholenden Aktionen und Reaktionen – sie kreieren eine zusätzliche Dimension, in die sich der Betrachter sorgenlos fallen lassen kann. Nicht zu vergessen tun sich hier im Bereich des Visuellen enorme Möglichkeiten für ein unvergessliches Lichtspiel auf.

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