Road to Bachelor | Interactive Environments
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Interactive Environments

 

Bei der Black Box handelt es sich um eine interaktive Umgebung – eine technologiebasierte Schnittstelle – welche auf Benutzereingaben reagiert. Im Folgenden möchte ich anhand von Beispielen ein wenig auf die Geschichte von »Interactive Environments« eingehen.

 

Eine Wechselbeziehung – den Informationsaustausch zwischen zwei oder mehreren Größen – könnte man als eine von vielen möglichen Definitionen der Interaktivität betrachten. Im Fall von Interactive Environments würde die Umgebung eine Größe bilden, und der Interaktionspartner die zur Bildung der Interaktivität notwendige Zweite. Filtert man bei der Recherche nach diesem Beispiel, erhält man zahlreiche interaktive Umgebungen aus unterschiedlichsten Bereichen des Lebens. Von diesen möchte ich nun einige der Markanteren konturieren.

 

Eine davon ist die von Edwin Albert Link entwickelte »Blue Box«1 aus dem Jahr 1929. Diese Konstruktion wird als der erste richtige Flugsimulator bezeichnet und verhalf tausenden Piloten beim erlernen der Kunst des Fliegens. Paradoxerweise wurden die »Blauen Boxen« nach dem zweiten Weltkrieg vorrangig an Vergnügungsparks verkauft, da diese Art des Flugtrainings wohl sehr unterhaltsam gewesen sein muss.
In der vollständig abgedichteten Box befand sich ein flugzeugähnliches Gerät, dass der Benutzer steuern konnte und dabei Feedback auf seine Aktionen in alle drei Raumachsen bekam. Die Interaktion fand dabei zwischen dem Piloten – durch seine Eingabe – und dem Gerät – durch die physische Reaktion – statt. Zusammen erschafft beides eine realitätsnahe Umgebung.

 

Interaktive Lösungen versprachen also schon Anfang des 20. Jahrhunderts großen Lernerfolg sowie  größtmögliche Sicherheit bei relativ geringen Kosten – schließlich ist eine Flugsimulator beim Bau sowie im Unterhalt kostenniedriger als ein echtes Flugzeug und auch die Gefahr eines Absturzes wird dezimiert. Kein Wunder bei solchen Vorteilen, dass heutzutage E-Learning ein stetig Wachsender Markt geworden ist, und immer mehr Unternehmen auf die Wissensvermittlung via interaktiver Lösungen setzen.

 

Da die »Blue Box« in meinen Augen bereits Parallelen mit der Virtual Reality, wie wir sie heute kennen, aufweist, recherchierte ich weiter in diese Richtung und fand ein anderes, spannendes Projekt, welches ich ebenfalls als wichtig zum Verständnis von Interactive Environments empfinde:

 

Ivan Sutherland kreierte 1968 das sogenannte »Sword of Damocles«2. Die Vorrichtung wird allgemein als das erste am Kopf befestigte Virtual Reality System betitelt. Die bedienende Person war aufgrund des Gewichtes der Konstruktion nicht in der Lage, das Gerät selbstständig zu tragen, weshalb es an der Decke befestigt werden musste. Dadurch konnte auch die Position des Benutzers an die Vorrichtung übertragen werden, was die eigentliche Interaktion erst erlaubte. So war es für den Betrachter möglich, eine nach heutigen Standards sehr vereinfachte virtuelle Realität in Form von Wireframe-Projektionen wahrzunehmen. Auch wenn hierbei der Raum virtueller Natur ist, so ist für mich eine Wechselwirkung zwischen diesem und dem Benutzer zu verzeichnen, was das »Sword of Damocles« für mich auch zu einer interaktiven Umgebung macht.

 

Ein aktuelleres Beispiel für einen eindrucksvollen interaktiven Raum brachte der Autohersteller Audi im Jahr 2012 hervor. In Kopenhagen wurden drei nebeneinanderstehende, begehbare Kuppeln3 aufgebaut, in denen Besucher Fahrzeuge und neue Technologien interaktiv und auf spielerische Weise entdecken konnten. Hier gab es beispielsweise kleine Windräder an der Kuppelinnenseite, die von den anwesenden Personen mittels Pusten oder Anschieben in Schwung gebracht werden konnten. Ein sich bewegendes Windrad visualisierte mittels LED’s den Stromfluss zu einem Audi-Fahrzeug, welches sich in der Mitte des Raumes befand. Je mehr Windräder in Bewegung gesetzt wurden, desto mehr audiovisuelles Feedback gab es in der Kuppel, sodass die Besucher hier die Möglichkeit geboten bekamen, die Stimmung im Raum aktiv zu beeinflussen.

 

Meiner Meinung nach ist der Nutzen von »Interactive Environments« vielseitig und das Interesse der Öffentlichkeit wird mit dem zunehmenden Fortschritt der Technik immer größer. Egal ob beim Flugtraining, in Freizeitparks, bei Systemen aus der IT- und Unterhaltungsbranche oder bei moderner Markenkommunikation – Interaktive Umgebungen überzeugen durch ihre Fähigkeit, die Wahrnehmung für verschiedenste Anwendungsgebiete zu verstärken und Erlebnisse begehbar zu machen. Das gleiche erhoffe ich mir von der Black Box.

 


1 Vergleiche: http://www.flugsimulator-vergleich.de/

2 Vergleiche: http://www.vrnerds.de/die-geschichte-der-virtuellen-realitaet/

3 Siehe: http://kollision.dk/en/sphere

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